Hausautomatisierung Teil 1: Raspberry Pi einrichten

Der Traum vom Smarthome wird heutzutage immer populärer. Oft sind entsprechende Anlagen und Lösungen recht teuer. Wer sich dennoch ein smartes Haus wünscht, das einem das Leben etwas erleichtert, wird wohl schon ein Auge auf den Raspberry Pi geworfen haben. Natürlich lassen sich auch andere Projekte damit realisieren, jedoch will ich ihn hauptsächlich für die Hausautomatisierung nutzen. Damit das auch geschieht, muss der Pi aber zunächst aufgesetzt werden. Wie ihr das macht will ich euch hier zeigen…

Was wird benötigt

  • Raspberry Pi (egal welches Modell)
  • SD Karte bzw. Micro-SD Karte (Modellabhängig)
  • Netzteil (z.B. von einem Smartphone mit Micro-USB Ladegerät)
  • USB Tastatur (für das erste Setup)
  • ein wenig Geduld

Und so geht’s los:

Damit unser Pi auch arbeiten kann, benötigt er, wie auch der heimische PC, ein Betriebssystem. Ich entscheide mich hier für Debian ohne grafische Desktopoberfläche. Welches Betriebssystem für die eigenen Anwendungsbereiche am besten geeignet ist, sollte im Vorfeld abgeklärt werden. Für mich genügt diese Distribution, da ich meinen Pi lediglich als Heimautomatisierungsserver verwenden will, welcher deshalb auch keine Grafische Oberfläche benötigt. Hier auch noch einmal eine kleine Übersicht zu den verschiedenen Distributionen.

Zunächst müssen wir das Betriebssystem auf unsere SD Karte flashen. Das heißt, wir schreiben das Betriebssystem auf die SD Karte. Dazu benutzen wir den Win32DiskImager. Mit diesem können wir die zuvor heruntergeladene Distribution auf unsere SD Karte schreiben. Wir laden also die .exe Datei herunter und installieren das Programm. Nachdem das geschafft ist, laden wir uns die Distribution unserer Wahl herunter und entpacken diese.  Jetzt wählen wir  die .img Datei über den Win32DiskImager aus und legen die SD Karte ein. Diese wählen wir jetzt noch oben rechts als Datenträger aus und klicken abschließend auf „Schreiben“.

Herzlichen Glückwunsch, du hast nun dein Betriebssystem auf deine SD Karte geschrieben.

Die Einrichtung des Raspberry am heimischen TV oder Monitor

Damit es weitergehen kann, müssen wir nun einige Einstellungen am Pi selbst vornehmen. Dazu schließen wir ihn per HDMI-Kabel an einen Fernseher oder Monitor an. Anschließend schieben wir die SD Karte ein und verbinden den Pi per LAN-Kabel mit unserem Netzwerk. Zum Schluß noch den PI an den Strom anstecken und auf dem Bildschirm sollte sich so einiges tun.

Wenn der Bootvorgang vollständig abgeschlossen ist, solltet ihr auf eurer Desktopumgebung landen. Jetzt stöpseln wir noch eine Maus und eine Tastatur an unseren Pi an (keine Angst, der Kabelsalat wird später weniger :-) ). Klickt nun oben links im Bildschirm auf die kleine Himbeere, um das Startmenü zu öffnen. Dann wählt ihr im Menüpunkt Preferences den Punkt Raspberry Pi Configuration aus. Nun sollte sich ein Fenster mit gleichnamigem Titel geöffnet haben. Dort wählen wir den Reiter Interfaces aus und setzen unser Pünktchen bei SSH Enabled. Da uns das vorerst genügt, bestätigen wir das Fenster wie auch in Windows üblich mit OK.

Damit wir unseren Pi zukünftig nicht jedes mal an ein TV Gerät mit Maus und Tastatur anschließen müssen, laden wir uns die SSH Konsole PuTTY herunter. Jetzt öffnen wir mit einem Klick oben, auf das 4. Icon Icon von links, die Konsole. Hier tippen wir folgenden Befehl ein, um unsere IP Adresse (soweit unbekannt) zu erfahren:

ifconfig

Die Ausgabe sollte in etwa so aussehen:

Terminalausgabe mit der gesuchten IP Adresse

Jetzt nur noch schnell die IP Adresse notieren oder merken und dann über PuTTY mit dem Raspberry verbinden. Hat das geklappt, solltet ihr folgende Ausgabe sehen:

Login mit Benutzername und Passwort am Pi

Nun geben wir hier unseren Benutzernamen pi und das dazugehörige Passwort raspberry ein und bestätigen jeweils mit Enter. Jetzt haben wir uns erfolgreich angemeldet und können eigentlich auch unsere Maus, die Tastatur und das HDMI Kabel vom Raspberry entfernen.

Die raspi-config

Nun haben wir unseren Raspberry soweit eingerichtet, dass er theoretisch und praktisch einsatzbereit ist. Jedoch möchte ich jetzt noch einige kleine Einstellungen vornehmen. Dazu nutzen wir die raspi-config. Diese Rufen wir über PuTTY mit folgendem Befehl auf:

sudo raspi-config

Als erstes wollen wir unsere Zeitzone umstellen. Dafür navigieren wir mit den Pfeiltasten auf den 4. Eintrag und drücken anschließend die Entertaste. Jetzt wählen wir den den Eintrag 2 und bestätigen wieder mit Enter. Selbiges gilt für den nächsten Bildschirm, hier wird Europa gewählt und anschließend Berlin. Eigentlich selbsterklärend, oder?

Nun haben wir unserem Pi schon einmal beigebracht, welches Datum und welche Uhrzeit er uns anzeigen und als Systemzeit nutzen soll. Da ich den Pi anschließend als Heimautomatisierungsserver nutzen will, benötige ich die Grafische Oberfläche (den Desktop) nicht und werde deshalb in die Konsole booten. Dafür klicken wir im Hauptmenü auf den 3. Punkt. Anschließend den ersten Menüpunkt und dann wieder den ersten Menüpunkt.

Damit wir auch das volle Potential unserer SD Karte nutzen können, müssen wir zum Schluss noch unser Dateisystem erweitern. Dazu wählen wir im Hauptmenü den 7. Eintrag und danach gleich den ersten. Um alle Änderungen abzuschließen, müssen wir die Tabulatortaste drüchen und mit den Pfeiltasten „Finish“ wählen. Jetzt werdet ihr gefragt, ob ihr euren Pi neustarten wollt. Diese Frage bestätigt ihr mit „Yes“.

Und das war’s dann auch schon. Euer Raspberry ist jetzt bereit um mit FHEM und diverser anderer Software bespielt zu werden.

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